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Beate Teresa Hanika: Das Marillenmädchen


#Bücherhamstern

* Autorin Beate Teresa Hanika in Wikipedia

Beschreibung auf der Verlagsseite:
»Sie schmeckte nach Rauch und dem verbrannten Boden des Topfes und gleichzeitig süß, diese Marmelade, sodass man nur einen Löffel nehmen wollte und dann war es auch genug. Genug Erinnerung, genug, dass mein Herz aufgewühlt wurde und schneller schlug, als gut für mich war.« Ein Marillenbaum in einem alten Wiener Garten. Seit ihrer Kindheit in den 1940er Jahren kocht Elisabetta jeden Sommer Marmelade ein. Und jedes Mal, wenn sie ein Glas aus dem alten Kellerregal in die Hand nimmt, es öffnet und den süßen Duft einatmet, erinnert sie sich an ihr Leben, an ihre in Dachau ermordete Familie, an ihre große Liebe Franz, an ihre Tochter Esther und ihre Enkelin Rahel. Elisabetta lebt zurückgezogen in ihrer Welt mit den Stimmen der Vergangenheit. Als die Tänzerin Pola bei ihr zur Untermiete einzieht, reißen die alten Wunden auf.
Themen: #Frauen #Zeitzeugen #Zeitzeuginnen #Schuld #Angst #Verlust #Überleben #Dachau #Faschismus #Generationen #Liebe #Erinnerungen

Die Sprache ist sehr poetisch und für mich das beste am Roman. Die Sprache verlangsamt den Roman sehr und wo ich normalerweise sehr schnell lesen würde, habe ich mir hier Zeit gelassen für die gesamte Atmosphäre.

Es gibt mehrere Erzählstränge, von unterschiedlichen Personen zu unterschiedlichen Zeiten. Das macht es manchmal etwas schwierig, der Handlung zu folgen, bzw. noch zu wissen, in welcher Zeit bei welcher Person man gerade ist. Ich glaube, das ist teilweise Absicht, weil es die Gefühlswelt der Person widerspiegelt. Dass zwei Personen denselben Vornamen haben, macht das Folgen auch nicht einfacher.
Stück für Stück werden die Zusammenhänge etwas klarer, aber als ich durch war, hatte ich bei einigen Details immer noch nicht verstanden, wie sie zusammengehören. Wahrscheinlich müsste man es direkt noch ein zweites Mal lesen, ich weiß aber nicht, ob ich darauf Lust haben werde.

Es sind natürlich fiktive Geschichten, aber auch dafür sind darin für meinen Geschmack ein bisschen zu viele Zufälle. Nicht nur darin, wie die verschiedenen Geschichten zusammenfinden, sondern auch in den Details jeder einzelnen Geschichte. Teilweise wirkte das so etwas zu sehr konstruiert und hat mich dann aus dem Lesefluss geworfen. Bei Nebencharakteren hätte ein bisschen weniger Drama und Übertreibung dem Gesamten wahrscheinlich gut getan.

Insgesamt ist der Roman aber sehr berührend und lädt zum nachdenken ein. Auch wenn der Teil der Erzählung, der in den 1940ern spielt, ja "schon lange her" ist, zeigen die Parallelen zur Erzählung aus der Gegenwart sehr, wie zerbrechlich die Gegenwart ist.
Man braucht aber beim Lesen auf jeden Fall die richtige Stimmung und genug Ruhe, damit die Erzählungen wirken können.

#buch #bücher #lesen #bücherdrache
( -> Büchersammelpost)
 

Jasmin Schreiber: Marianengraben


#Bücherhamstern

* Autorin Jasmin Schreiber (eigene Website)

Beschreibung:
Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt – auf die eine oder andere Weise.
-> Leseprobe
Themen: #Leben #Sterben #Depression #Trauer #Schuld #Tiefsee #Marianengraben #Geschwister #Familie #Versprechen

Ich verfolge die Autorin schon länger im Twitter, hatte deswegen die Buchankündigung und alles drumrum mitgekriegt. Meistens find ich die Twittererbücher seltsam, es gibt halt schon einen Unterschied zwischen lesenswerten Tweets und einem ganzen Buch. Nachdem ich die (oben verlinkte) Leseprobe durch hatte, musste ich es aber doch kaufen gehen. :)
Ich weiss nicht, wie viel ich zum Buch sagen kann, ohne alles zu spoilern. Die Handlung ist bis auf den Anfang eigentlich nicht soo wichtig, ist eher generisch, wesentlich sind aber die Dialoge zwischen Paula und Helmut. Es ist stellenweise sehr lustig, dann wieder sehr traurig, komisch und absurd. Die tatsächlich gefahrene Reise ist gleichzeitig eine Reise durch Paulas Gedanken und durch die jeweilige Geschichte von Paula und Helmut. Die Dialoge sind teilweise geschrieben wie transkribiert, mit "hm"s und "äh"s, da kann ich mir vorstellen, dass es manche stört. Für mich hat das aber gut in das gesamte Buch gepasst, war in sich gut stimmig. Ich mochte es. :)

Wer grade nicht so stabil ist, sollte das Buch vielleicht auf einen anderen Zeitpunkt verschieben. Manche Stellen können einen ziemlich runterziehen.

#buch #bücher #lesen #bücherdrache
(-> Büchersammelpost)
 

Emma Claire Sweeney: Beim Ruf der Eule


#Bücherhamstern

* Autorin Emma Claire Sweeney (eigene Website)

Beschreibung auf der Verlagsseite:
Auch mit fast 80 führt Maeve Maloney ihre kleine Pension am Meer mit unerschütterlicher Energie. Auf viele wirkt sie unnahbar, fast ruppig. Nur wenige wissen um die Zärtlichkeit, die sie in ihrem Inneren verbirgt. Als Jahrzehnte nach seinem Weggang auf einmal Vincent Roper vor ihrer Tür steht, würde Maeve ihn am liebsten wegschicken. Einst war er ihre große Liebe, heute ist er der Einzige, der noch weiß, dass sie einmal eine Schwester hatte: Edie, die singen konnte wie eine Nachtigall und ein gefeierter Star geworden wäre, hätte das Schicksal es nicht anders gewollt …
Themen: #Familie #Geschwister #Behinderung #Inklusion #Vorurteile #Schuld #Erinnerung

Geholt hatte ich mir das Buch vor allem wegen des Titels und der Covergestaltung. Der sehr knappe Klappentext las sich nicht ganz verkehrt, also eingepackt ;) Ich war allerdings ziemlich überrascht vom Inhalt, der Klappentext liess darauf nicht wirklich schliessen (hatte mit Liebesgeschichte mit evtl Krimielementen gerechnet - das ist es nicht).
Ich bin mir mit mir ein bisschen unschlüssig, was ich vom Buch halte. Den Anfang fand ich etwas zäh, wird aber flüssiger. Einen grossen Teil der Handlung mag ich, aber dazwischen sind immer wieder Stellen, die mir unpassend vorkamen. Die Autorin verarbeitet teilweise eigene Erfahrungen mit ihrer behinderten Schwester. Es kann sein, dass mich vor allem die Stellen stören, wo man merkt, dass sie ihre Aussensicht auf Behinderung und ihre Interpretation zu Handlungen/Aussagen der Schwester darstellt.
Trotz der Themen (will nicht alles spoilern), die eigentlich gut dazu geeignet wären, hat es mich nicht sehr zum Nachdenken angeregt. Gefühlt hätte man aus der Rahmenstory mehr machen können und tiefer ins Thema gehen. So wirkte es für mich ein bisschen wie 'hauptsache schwierige/schwermütige Themen abgefrühstückt'. Einige Rezensionen sehen das aber ganz anders, meine Meinung soll niemanden vom Buch abhalten. :)

#buch #bücher #lesen #bücherdrache
(-> Büchersammelpost)
 
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