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Corona Eltern Rechnen Ab.


Hier hat eine Bloggerin einen schönen Rant zum mangelnden Verständnis geschrieben, den viele Menschen (leider inklusive der Politik) derzeit Eltern entgegenbringen:
https://kinderhaben.de/coronaelternrechnenab/
Also, an sich bin ich ja mittlerweile einiges gewohnt. In dieser sogenannten „Corona-Krise“ habe ich mir schon mehrfach von Wildfremden anhören dürfen, meine Kinder „gehörten jawohl nach Hause, und nicht auf die Straße, IN DIESEN ZEITEN!“. Mir wurde der Zutritt zu Supermärkten verwehrt, weil ich eins meiner Kinder dabei hatte. Und ein besonders ekliges Exemplar von Mensch beschimpfte mich im Baumarkt als „Blödes Stück Scheiße“ und drohte mir Schläge an, weil ich ihm nicht schnell genug den Einkaufswagen schob, in dem zusätzlich zu 150 Litern Blumenerde auch noch ein Kind saß.

Ich kann also durchaus behaupten, die Verabscheuungswürdigkeit meiner Mitmenschen mittlerweile realistisch einschätzen zu können. Ein Großteil der Bevölkerung besteht nun mal aus Arschlöchern. Ist vielleicht nix neues, kommt in der Krise nur deutlicher zum Vorschein. Trotzdem hat es mich dann doch aufgeregt, mal kurz in Tweets und sonstigen Social Media Posts unter dem Hashtag #CoronaElternRechnenAb zu stöbern.

Kurz zur Erklärung: Die Aktion wurde von Rona Duwe, Sonja Lehnert und Karin Hartmann ins Leben gerufen und sie zielt darauf, die unbezahlte Arbeit von Eltern in der Corona-Krise sichtbar zu machen. Denn anders als die Lufthansa oder die Deutsche Bahn können sich Familien leider nicht auf die Hilfe des Deutschen Staates verlassen. Selbst in der Krise nicht.
Die Idee ist eigentlich nicht schwer zu verstehen…

Die Idee von #CoronaElternRechnenAb ist simpel: Eltern zeigen einfach mal auf, wie viel unbezahlte Arbeit sie gerade – zusätzlich zu ihrer bezahlten Lohnarbeit – noch leisten. Ohne dafür irgendeine Unterstützung zu erhalten (außer zynische Worte an Muttertag, mir ist immer noch schlecht).

Falls irgendwer sich den Zynismus des Bundesministerium für Gesundheit noch mal geben will, hier auf eigene Gefahr:
"Am Sonntag ist Muttertag. Danke allen, die selbst in schweren Zeiten für schöne Erinnerungen sorgen. #Muttertag pic.twitter.com/rOpJiUVnek
— BMG (@BMG_Bund) May 8, 2020"

Nun ja, ebenso wie das völlig bekloppt gewordene BMG, denkt wohl auch ein stattlicher Anteil der Menschen in diesem Land (bzw. in den Sozialen Netzwerken), Elternschaft wäre etwas, was man mal eben so nebenher machen kann. Also, ich meine, so nebenher von beruflichen Verpflichtungen oder ähnlichen Späßen. Denn wenn Eltern nun unter #CoronaElternRechnenAb vorrechnen, wie viel Betreuungsarbeit da jetzt gerade so NEBENHER mal eben gewuppt werden soll, sind die Reaktionen aus der Bevölkerung mal wieder eher so:

„Hätteste halt keine Kinder gekriegt.“
„Bezahlt mich auch bald einer fürs Wäsche waschen, höhö?“
„Was sollen da nur die Kinder denken, kreisch!“
„Wie kann man nur so lieblos sein, Geld für die Betreuung der eigenen Kinder zu wollen?“

Und natürlich immer wieder:

„Hört auf zu jammern.“
„Mimimi“
„Meine Mutter/Oma/Großtante 18. Grades hat sich auch nicht beschwert.“

Ich erspare euch echte Zitate, denn es ist wirklich nicht zum aushalten und mit den obigen Beispielen ist eigentlich alles wiedergegeben. Im Grunde sollte ich mich wohl einfach nicht aufregen, denn ich weiß ja, es ist gute deutsche Tradition, der deutschen Mutter mangelnde Aufopferung für ihr deutsches Kind vorzuwerfen. Trotzdem macht es mich ein bisschen wahnsinnig, mal wieder festzustellen, wie wenig ein guter Anteil unserer Gesellschaft bereit (oder fähig?) ist, auch nur ein ganz kleines bisschen um die Ecke zu denken.
Ist es so schwer, mal ein bisschen um die Ecke zu denken?

Denn haltet euch fest, all ihr Rumpelbirnen da draußen: Es geht überhaupt nicht darum, die Liebe, Sorge und Betreuung unserer Kinder in Geld aufgewogen zu bekommen. Darum ging es vielleicht in Bayern bei der Herdprämie. Wir „Corona-Eltern“ wollen das aber gar nicht.

Allerdings sag ich euch ganz genau, was ich außerdem nicht will: Ich will nicht gezwungen sein, Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit irgendwie so NEBENHER unter einen Hut kriegen zu müssen. Denn, Überraschung, das geht einfach nicht! Da können mich noch so viele Muttertagsvideos für meine Leistung loben. Diese Leistung ist nämlich irgendwo gedeckelt, will sagen, die unerschöpfliche Kraft von Müttern (und engagierten Vätern) ist in Wahrheit gar nicht unerschöpflich.
Wir sind nämlich AM ARSCH! Wir können nicht mehr!

Ich persönlich habe ganz im Ernst gar kein Interesse daran, meine Betreuungs- und Sorgearbeit bezahlt zu kriegen. Allerdings habe ich großes Interesse daran, nicht gleichzeitig arbeiten zu müssen, wenn ich, völlig ungeplant, meine Kinder Zuhause betreuen muss. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sehr viele Eltern wahnsinnig gerne ein Corona-Elterngeld in Anspruch nehmen und sich mit Freude und Glück der Vollzeit-Betreuung ihrer Kinder widmen würden.

Manchen Eltern würde vermutlich schon ein gesonderter Kündigungsschutz reichen, damit sie keine Angst haben müssen, aus dem unbezahlten Urlaub heraus gekündigt zu werden, weil der Arbeitgeber beschlossen hat, dass Eltern ihm ohne Kinderbetreuung im Background viel zu risikoreich sind.
Der Witz ist ja: Wir WOLLEN, wir KÖNNEN nur nicht!

Der Witz an #CoronaElternRechnenAb ist ja gerade: Eltern WOLLEN Zeit mit ihren Kindern verbringen. Aber sie KÖNNEN es nicht. Weil die unsichere berufliche Situation jederzeit wie ein Damoklesschwert über ihnen hängt. Weil sie irgendwie den realistisch auf lange Zeit gar nicht zu leistenden Spagat zwischen Kinderbetreuung (und -beschulung) und bezahlter Arbeit eingehen müssen, ohne sich das selbst ausgesucht zu haben.

Ich bin mir absolut sicher: Wir züchten uns hier gerade eine Gesellschaft heran, die gesammelt auf den größten Burnout der deutschen Geschichte zustratzt. Was wir berufstätigen Eltern hier gerade ohne jegliche Entlastung tun sollen, ist schlicht nicht zu schaffen.
Einige nützliche Idee, um Eltern zu entlasten

Übrigens werde ich jetzt hier keine eigene Beispielrechnung stellen, welche Summe meine aktuelle Betreuungsleistung wert wäre. Ich hinke eh schon mit dem Rechnungenschreiben bei meinen eigentlichen Kunden hinterher und steh sowieso nicht so auf Zahlen. Und, wie schon gesagt, will ich da auch gar kein Geld für haben. Was ich stattdessen wirklich sinnvoll fände, wäre z.B.:
  • Ein sofortiger Kündigungsschutz für alle Eltern, die wegen gleichzeitiger Betreuung ihrer Kinder quantitativ oder qualitativ aktuell nicht denselben Job machen können wie zuvor.
    • Ein Corona-Elterngeld, das es Eltern ermöglicht, ihren Job temporär ruhen zu lassen, so lange bis die Vereinbarkeit von Kind und Beruf wieder möglich sein wird.
    • Unkomplizierte Zuschüsse für Babysitter oder andere private Betreuungsformen, die es z.B. Freiberuflern wie mir ermöglichen würden, wieder Aufträge anzunehmen.
So, und wenn nun wieder der Mob kommt und brüllt: „ALS HÄTTE DER DEUTSCHE STAAT FÜR SO WAS GELD ÜBRIG!“, dann sage ich euch eins: Mir würde aus dem Stegreif eine gute Handvoll mir bekannter Unternehmen einfallen, die ihre Mitarbeiter erst mal schön in staatlich finanzierte Kurzarbeit geschickt haben oder gerne auch die Hand für alle möglichen sonstigen finanziellen Aufwände vom deutschen Staat aufhalten. Obwohl sie es sicher nicht nötig hätten! Kontrolliert bloß gerade keiner. Soforthilfe für die Wirtschaft, da muss man schon mal gönnen können. Und klar, ich verstehe die Unternehmen sogar, man nimmt halt, was man kriegen kann. So ist das eben im Kapitalismus.
Für mich als arbeitendes Elternteil gibt’s nix zu holen. Nur was zu zahlen.

Ich sage euch aber noch eins: Ich würde auch sehr gerne nehmen, was ich kriegen kann. Bloß gibt’s für mich nix zu holen. Denn anders als Wirtschaftsunternehmen habe ich als Elternteil nur Pflichten: Selber Steuern zahlen und neue Steuerzahler großziehen nämlich. Unterstützung? Friss dein Kindergeld und stirb. Aber bitte nicht ohne deinen 40-Stunden-Job abzuleisten, damit auch die Steuereinnahmen stimmen. Denn von denen müssen ganz dringend zukunftsweisende Wirtschaftsbranchen gerettet werden. Wie die von benzinbetriebenen Fortbewegungsmitteln.

Verzeiht mir meinen Zynismus, aber ich habe leider gerade wirklich die Schnauze voll und zwar Oberkante Unterlippe. Für Familien ist das hier einfach die größte Verarsche, die man sich vorstellen kann. Und da kann ich eine Horde empathieloser Hillibillies auf Twitter und Co. echt nicht auch noch ertragen.

Ich schließe also mit einem Gepflegten: F*ckt euch ins Knie! Oder vielleicht doch lieber mit einem guten Rat: Dankt Gott oder zu welchem Geschöpf ihr auch immer beten möget, dass ihr euer Home Office gerade in vollen Zügen genießen und euch am Abend vor Ken-FM-Videos völligst entspannen könnt, während ihr an eurer Pepsi nippelt. Ich drücke euch die Daumen, das euer Leben für immer so sorglos und eintönig bleibt, damit ihr noch die Kraft für Rumgepose in den Sozialen Netzwerken findet.

Mir fehlt die nämlich gerade extrem. Und deswegen muss dieser Text hier reichen. Guten Tag.
#familie #coronaeltern #coronakrise
#CoronaElternRechnenAb. Und alle anderen jetzt mal Klappe halten
 

Corona Eltern Rechnen Ab.


Hier hat eine Bloggerin einen schönen Rant zum mangelnden Verständnis geschrieben, den viele Menschen (leider inklusive der Politik) derzeit Eltern entgegenbringen:
https://kinderhaben.de/coronaelternrechnenab/
Also, an sich bin ich ja mittlerweile einiges gewohnt. In dieser sogenannten „Corona-Krise“ habe ich mir schon mehrfach von Wildfremden anhören dürfen, meine Kinder „gehörten jawohl nach Hause, und nicht auf die Straße, IN DIESEN ZEITEN!“. Mir wurde der Zutritt zu Supermärkten verwehrt, weil ich eins meiner Kinder dabei hatte. Und ein besonders ekliges Exemplar von Mensch beschimpfte mich im Baumarkt als „Blödes Stück Scheiße“ und drohte mir Schläge an, weil ich ihm nicht schnell genug den Einkaufswagen schob, in dem zusätzlich zu 150 Litern Blumenerde auch noch ein Kind saß.

Ich kann also durchaus behaupten, die Verabscheuungswürdigkeit meiner Mitmenschen mittlerweile realistisch einschätzen zu können. Ein Großteil der Bevölkerung besteht nun mal aus Arschlöchern. Ist vielleicht nix neues, kommt in der Krise nur deutlicher zum Vorschein. Trotzdem hat es mich dann doch aufgeregt, mal kurz in Tweets und sonstigen Social Media Posts unter dem Hashtag #CoronaElternRechnenAb zu stöbern.

Kurz zur Erklärung: Die Aktion wurde von Rona Duwe, Sonja Lehnert und Karin Hartmann ins Leben gerufen und sie zielt darauf, die unbezahlte Arbeit von Eltern in der Corona-Krise sichtbar zu machen. Denn anders als die Lufthansa oder die Deutsche Bahn können sich Familien leider nicht auf die Hilfe des Deutschen Staates verlassen. Selbst in der Krise nicht.
Die Idee ist eigentlich nicht schwer zu verstehen…

Die Idee von #CoronaElternRechnenAb ist simpel: Eltern zeigen einfach mal auf, wie viel unbezahlte Arbeit sie gerade – zusätzlich zu ihrer bezahlten Lohnarbeit – noch leisten. Ohne dafür irgendeine Unterstützung zu erhalten (außer zynische Worte an Muttertag, mir ist immer noch schlecht).

Falls irgendwer sich den Zynismus des Bundesministerium für Gesundheit noch mal geben will, hier auf eigene Gefahr:
"Am Sonntag ist Muttertag. Danke allen, die selbst in schweren Zeiten für schöne Erinnerungen sorgen. #Muttertag pic.twitter.com/rOpJiUVnek
— BMG (@BMG_Bund) May 8, 2020"

Nun ja, ebenso wie das völlig bekloppt gewordene BMG, denkt wohl auch ein stattlicher Anteil der Menschen in diesem Land (bzw. in den Sozialen Netzwerken), Elternschaft wäre etwas, was man mal eben so nebenher machen kann. Also, ich meine, so nebenher von beruflichen Verpflichtungen oder ähnlichen Späßen. Denn wenn Eltern nun unter #CoronaElternRechnenAb vorrechnen, wie viel Betreuungsarbeit da jetzt gerade so NEBENHER mal eben gewuppt werden soll, sind die Reaktionen aus der Bevölkerung mal wieder eher so:

„Hätteste halt keine Kinder gekriegt.“
„Bezahlt mich auch bald einer fürs Wäsche waschen, höhö?“
„Was sollen da nur die Kinder denken, kreisch!“
„Wie kann man nur so lieblos sein, Geld für die Betreuung der eigenen Kinder zu wollen?“

Und natürlich immer wieder:

„Hört auf zu jammern.“
„Mimimi“
„Meine Mutter/Oma/Großtante 18. Grades hat sich auch nicht beschwert.“

Ich erspare euch echte Zitate, denn es ist wirklich nicht zum aushalten und mit den obigen Beispielen ist eigentlich alles wiedergegeben. Im Grunde sollte ich mich wohl einfach nicht aufregen, denn ich weiß ja, es ist gute deutsche Tradition, der deutschen Mutter mangelnde Aufopferung für ihr deutsches Kind vorzuwerfen. Trotzdem macht es mich ein bisschen wahnsinnig, mal wieder festzustellen, wie wenig ein guter Anteil unserer Gesellschaft bereit (oder fähig?) ist, auch nur ein ganz kleines bisschen um die Ecke zu denken.
Ist es so schwer, mal ein bisschen um die Ecke zu denken?

Denn haltet euch fest, all ihr Rumpelbirnen da draußen: Es geht überhaupt nicht darum, die Liebe, Sorge und Betreuung unserer Kinder in Geld aufgewogen zu bekommen. Darum ging es vielleicht in Bayern bei der Herdprämie. Wir „Corona-Eltern“ wollen das aber gar nicht.

Allerdings sag ich euch ganz genau, was ich außerdem nicht will: Ich will nicht gezwungen sein, Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit irgendwie so NEBENHER unter einen Hut kriegen zu müssen. Denn, Überraschung, das geht einfach nicht! Da können mich noch so viele Muttertagsvideos für meine Leistung loben. Diese Leistung ist nämlich irgendwo gedeckelt, will sagen, die unerschöpfliche Kraft von Müttern (und engagierten Vätern) ist in Wahrheit gar nicht unerschöpflich.
Wir sind nämlich AM ARSCH! Wir können nicht mehr!

Ich persönlich habe ganz im Ernst gar kein Interesse daran, meine Betreuungs- und Sorgearbeit bezahlt zu kriegen. Allerdings habe ich großes Interesse daran, nicht gleichzeitig arbeiten zu müssen, wenn ich, völlig ungeplant, meine Kinder Zuhause betreuen muss. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sehr viele Eltern wahnsinnig gerne ein Corona-Elterngeld in Anspruch nehmen und sich mit Freude und Glück der Vollzeit-Betreuung ihrer Kinder widmen würden.

Manchen Eltern würde vermutlich schon ein gesonderter Kündigungsschutz reichen, damit sie keine Angst haben müssen, aus dem unbezahlten Urlaub heraus gekündigt zu werden, weil der Arbeitgeber beschlossen hat, dass Eltern ihm ohne Kinderbetreuung im Background viel zu risikoreich sind.
Der Witz ist ja: Wir WOLLEN, wir KÖNNEN nur nicht!

Der Witz an #CoronaElternRechnenAb ist ja gerade: Eltern WOLLEN Zeit mit ihren Kindern verbringen. Aber sie KÖNNEN es nicht. Weil die unsichere berufliche Situation jederzeit wie ein Damoklesschwert über ihnen hängt. Weil sie irgendwie den realistisch auf lange Zeit gar nicht zu leistenden Spagat zwischen Kinderbetreuung (und -beschulung) und bezahlter Arbeit eingehen müssen, ohne sich das selbst ausgesucht zu haben.

Ich bin mir absolut sicher: Wir züchten uns hier gerade eine Gesellschaft heran, die gesammelt auf den größten Burnout der deutschen Geschichte zustratzt. Was wir berufstätigen Eltern hier gerade ohne jegliche Entlastung tun sollen, ist schlicht nicht zu schaffen.
Einige nützliche Idee, um Eltern zu entlasten

Übrigens werde ich jetzt hier keine eigene Beispielrechnung stellen, welche Summe meine aktuelle Betreuungsleistung wert wäre. Ich hinke eh schon mit dem Rechnungenschreiben bei meinen eigentlichen Kunden hinterher und steh sowieso nicht so auf Zahlen. Und, wie schon gesagt, will ich da auch gar kein Geld für haben. Was ich stattdessen wirklich sinnvoll fände, wäre z.B.:
  • Ein sofortiger Kündigungsschutz für alle Eltern, die wegen gleichzeitiger Betreuung ihrer Kinder quantitativ oder qualitativ aktuell nicht denselben Job machen können wie zuvor.
    • Ein Corona-Elterngeld, das es Eltern ermöglicht, ihren Job temporär ruhen zu lassen, so lange bis die Vereinbarkeit von Kind und Beruf wieder möglich sein wird.
    • Unkomplizierte Zuschüsse für Babysitter oder andere private Betreuungsformen, die es z.B. Freiberuflern wie mir ermöglichen würden, wieder Aufträge anzunehmen.
So, und wenn nun wieder der Mob kommt und brüllt: „ALS HÄTTE DER DEUTSCHE STAAT FÜR SO WAS GELD ÜBRIG!“, dann sage ich euch eins: Mir würde aus dem Stegreif eine gute Handvoll mir bekannter Unternehmen einfallen, die ihre Mitarbeiter erst mal schön in staatlich finanzierte Kurzarbeit geschickt haben oder gerne auch die Hand für alle möglichen sonstigen finanziellen Aufwände vom deutschen Staat aufhalten. Obwohl sie es sicher nicht nötig hätten! Kontrolliert bloß gerade keiner. Soforthilfe für die Wirtschaft, da muss man schon mal gönnen können. Und klar, ich verstehe die Unternehmen sogar, man nimmt halt, was man kriegen kann. So ist das eben im Kapitalismus.
Für mich als arbeitendes Elternteil gibt’s nix zu holen. Nur was zu zahlen.

Ich sage euch aber noch eins: Ich würde auch sehr gerne nehmen, was ich kriegen kann. Bloß gibt’s für mich nix zu holen. Denn anders als Wirtschaftsunternehmen habe ich als Elternteil nur Pflichten: Selber Steuern zahlen und neue Steuerzahler großziehen nämlich. Unterstützung? Friss dein Kindergeld und stirb. Aber bitte nicht ohne deinen 40-Stunden-Job abzuleisten, damit auch die Steuereinnahmen stimmen. Denn von denen müssen ganz dringend zukunftsweisende Wirtschaftsbranchen gerettet werden. Wie die von benzinbetriebenen Fortbewegungsmitteln.

Verzeiht mir meinen Zynismus, aber ich habe leider gerade wirklich die Schnauze voll und zwar Oberkante Unterlippe. Für Familien ist das hier einfach die größte Verarsche, die man sich vorstellen kann. Und da kann ich eine Horde empathieloser Hillibillies auf Twitter und Co. echt nicht auch noch ertragen.

Ich schließe also mit einem Gepflegten: F*ckt euch ins Knie! Oder vielleicht doch lieber mit einem guten Rat: Dankt Gott oder zu welchem Geschöpf ihr auch immer beten möget, dass ihr euer Home Office gerade in vollen Zügen genießen und euch am Abend vor Ken-FM-Videos völligst entspannen könnt, während ihr an eurer Pepsi nippelt. Ich drücke euch die Daumen, das euer Leben für immer so sorglos und eintönig bleibt, damit ihr noch die Kraft für Rumgepose in den Sozialen Netzwerken findet.

Mir fehlt die nämlich gerade extrem. Und deswegen muss dieser Text hier reichen. Guten Tag.
#familie #coronaeltern #coronakrise
#CoronaElternRechnenAb. Und alle anderen jetzt mal Klappe halten
 

Wenn ihr keine Kinder habt,


dann lest bitte unbedingt das hier. Dringend. Und ausnahmsweise erst recht (oder vor allem) die Kommentare.

https://editionf.com/coronaeltern-heulend-auf-dem-kuechenboden/

#coronaeltern #familie #gesellschaft
#CoronaEltern: Heulend auf dem Küchenboden
 

Wenn ihr keine Kinder habt,


dann lest bitte unbedingt das hier. Dringend. Und ausnahmsweise erst recht (oder vor allem) die Kommentare.

https://editionf.com/coronaeltern-heulend-auf-dem-kuechenboden/

#coronaeltern #familie #gesellschaft
#CoronaEltern: Heulend auf dem Küchenboden
 

Jasmin Schreiber: Marianengraben


#Bücherhamstern

* Autorin Jasmin Schreiber (eigene Website)

Beschreibung:
Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt – auf die eine oder andere Weise.
-> Leseprobe
Themen: #Leben #Sterben #Depression #Trauer #Schuld #Tiefsee #Marianengraben #Geschwister #Familie #Versprechen

Ich verfolge die Autorin schon länger im Twitter, hatte deswegen die Buchankündigung und alles drumrum mitgekriegt. Meistens find ich die Twittererbücher seltsam, es gibt halt schon einen Unterschied zwischen lesenswerten Tweets und einem ganzen Buch. Nachdem ich die (oben verlinkte) Leseprobe durch hatte, musste ich es aber doch kaufen gehen. :)
Ich weiss nicht, wie viel ich zum Buch sagen kann, ohne alles zu spoilern. Die Handlung ist bis auf den Anfang eigentlich nicht soo wichtig, ist eher generisch, wesentlich sind aber die Dialoge zwischen Paula und Helmut. Es ist stellenweise sehr lustig, dann wieder sehr traurig, komisch und absurd. Die tatsächlich gefahrene Reise ist gleichzeitig eine Reise durch Paulas Gedanken und durch die jeweilige Geschichte von Paula und Helmut. Die Dialoge sind teilweise geschrieben wie transkribiert, mit "hm"s und "äh"s, da kann ich mir vorstellen, dass es manche stört. Für mich hat das aber gut in das gesamte Buch gepasst, war in sich gut stimmig. Ich mochte es. :)

Wer grade nicht so stabil ist, sollte das Buch vielleicht auf einen anderen Zeitpunkt verschieben. Manche Stellen können einen ziemlich runterziehen.

#buch #bücher #lesen #bücherdrache
(-> Büchersammelpost)
 

Emma Claire Sweeney: Beim Ruf der Eule


#Bücherhamstern

* Autorin Emma Claire Sweeney (eigene Website)

Beschreibung auf der Verlagsseite:
Auch mit fast 80 führt Maeve Maloney ihre kleine Pension am Meer mit unerschütterlicher Energie. Auf viele wirkt sie unnahbar, fast ruppig. Nur wenige wissen um die Zärtlichkeit, die sie in ihrem Inneren verbirgt. Als Jahrzehnte nach seinem Weggang auf einmal Vincent Roper vor ihrer Tür steht, würde Maeve ihn am liebsten wegschicken. Einst war er ihre große Liebe, heute ist er der Einzige, der noch weiß, dass sie einmal eine Schwester hatte: Edie, die singen konnte wie eine Nachtigall und ein gefeierter Star geworden wäre, hätte das Schicksal es nicht anders gewollt …
Themen: #Familie #Geschwister #Behinderung #Inklusion #Vorurteile #Schuld #Erinnerung

Geholt hatte ich mir das Buch vor allem wegen des Titels und der Covergestaltung. Der sehr knappe Klappentext las sich nicht ganz verkehrt, also eingepackt ;) Ich war allerdings ziemlich überrascht vom Inhalt, der Klappentext liess darauf nicht wirklich schliessen (hatte mit Liebesgeschichte mit evtl Krimielementen gerechnet - das ist es nicht).
Ich bin mir mit mir ein bisschen unschlüssig, was ich vom Buch halte. Den Anfang fand ich etwas zäh, wird aber flüssiger. Einen grossen Teil der Handlung mag ich, aber dazwischen sind immer wieder Stellen, die mir unpassend vorkamen. Die Autorin verarbeitet teilweise eigene Erfahrungen mit ihrer behinderten Schwester. Es kann sein, dass mich vor allem die Stellen stören, wo man merkt, dass sie ihre Aussensicht auf Behinderung und ihre Interpretation zu Handlungen/Aussagen der Schwester darstellt.
Trotz der Themen (will nicht alles spoilern), die eigentlich gut dazu geeignet wären, hat es mich nicht sehr zum Nachdenken angeregt. Gefühlt hätte man aus der Rahmenstory mehr machen können und tiefer ins Thema gehen. So wirkte es für mich ein bisschen wie 'hauptsache schwierige/schwermütige Themen abgefrühstückt'. Einige Rezensionen sehen das aber ganz anders, meine Meinung soll niemanden vom Buch abhalten. :)

#buch #bücher #lesen #bücherdrache
(-> Büchersammelpost)
 
Ja - dieser Ansatz gefällt mir.
Würdest Du folgender Parole zustimmen wollen?
Weniger Staat, mehr vom Leben.
Weniger Staat, bedeutet weniger Politik und unsinnige Bevormundung, wodurch mehr Raum und Zeit zum Leben bleibt.

Dann möchte ich Dich noch auf Gerald Hüther aufmerksam machen; sein Ansatz erscheint mit vielversprechend:
Momente gelingender #Beziehungen
eine neue #Beziehungskultur für eine bessere Welt
Gerald Hüther beschreibt, was Momente gelingender Beziehungen in #Familie, #Schule und #Gesellschaft bewirken können, wie man sie schafft, aber auch, welche Hindernisse sich ihnen entgegenstellen. In einer neuen #Beziehungskultur liegt die Möglichkeit, die #Welt zu verändern – im Großen wie im Kleinen.
 
#DDoS #Kinder #Familie
 
#DDoS #Kinder #Familie
 
#DDoS #Kinder #Familie
 

Psychische Störung oder ganz normal?

48 Jahre lang hat Johann Steven keine Erklärung für seine Probleme mit anderen Menschen. Hat er eine psychische Störung oder ist er ganz normal? Aber dann öffnet ihm eine Sendung von #Quarks über #Autismus die Augen: Nicht die anderen, sondern er ist es, der anders tickt! Quarks nimmt diese Geschichte zum Anlass und fragt nach: Was ist #normal, was eine #psychischeStörung und wie macht sich das im #Gehirn bemerkbar?


#Wissenschaft #Gesellschaft #Spleen #Stress #Neurologie #Arbeit #Familie #ADS #ADHS #FrühkindlicherAutismus #AtypischerAutismus #Borderline #Hypersensibilität #SelektiverMutismus #Sozialphobie #Depression #Psychopatie #ICD #ICD10 #DSM #DSM5
 

Psychische Störung oder ganz normal?

48 Jahre lang hat Johann Steven keine Erklärung für seine Probleme mit anderen Menschen. Hat er eine psychische Störung oder ist er ganz normal? Aber dann öffnet ihm eine Sendung von #Quarks über #Autismus die Augen: Nicht die anderen, sondern er ist es, der anders tickt! Quarks nimmt diese Geschichte zum Anlass und fragt nach: Was ist #normal, was eine #psychischeStörung und wie macht sich das im #Gehirn bemerkbar?


#Wissenschaft #Gesellschaft #Spleen #Stress #Neurologie #Arbeit #Familie #ADS #ADHS #FrühkindlicherAutismus #AtypischerAutismus #Borderline #Hypersensibilität #SelektiverMutismus #Sozialphobie #Depression #Psychopatie #ICD #ICD10 #DSM #DSM5
 
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