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taz-Recherche zu rechtem Netzwerk: Risiko im Reichstag


Gegen den Bundeswehr-Offizier Maximilian T. wurde wegen Terrorverdachts ermittelt. Heute ist er AfD-Mitarbeiter im Parlament.
#AfD #SogAfD #Terrorismus #Prepper #Nordkreuz
 

Nicht schon wieder die #Killerspieldebatte

[...] Man kann es nicht oft genug schreiben: #Korrelation ist nicht #Kausalität.

Die Killerspieldebatte könnte stattdessen Ausdruck eines viel tiefer liegenden Problems sein: dass wir terroristische Anschläge je nach Täter anders bewerten. Ein Team um den Wissenschaftler James Ivory hat in den USA untersucht, welche Rolle die Hautfarbe eines Täters für die Debatte um #Videospiele spielt (Psychology of popular media culture: Markey, Ivory et al., 2019). Dafür legten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Probanden zwei fiktive Artikel über eine Schießerei vor – einmal bebildert mit einem weißen Attentäter, einmal mit einer schwarzen. Das Ergebnis: Die Befragten assoziierten die Tat einer weißen Person eher mit Videospielen als die Tat einer schwarzen. In einem zweiten Teil der Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie Medien über #Attentate an Schulen berichteten. Auch in Artikeln kamen Videospiele eher vor, wenn der Täter eines Anschlags weiß war. Im nicht-schulischen Umfeld gab es keine Unterschiede.

Die Forscherinnen und Forscher schlussfolgern daraus: Die Diskussion um Videospiele könnte ein indirekter Indikator für ein breiteres Rassismusproblem sein. Wenn ein Gewaltakt von einer ethnischen Minderheit verübt werde, fühlten sich Personen möglicherweise nicht gezwungen, eine externe Erklärung zu suchen, weil das zu dem Stereotyp passe, wie sie sich gewalttätige Verbrecher vorstellten, so die Wissenschaftler. Deswegen reden wir nach einer Tat von weißen Menschen möglicherweise über Videospiele, nach der Tat von Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund dagegen eher über ihre Herkunft. "Ich habe noch keinen Senator über Videospiele sprechen hören, wenn ein Immigrant ein Verbrechen begeht", sagte Wissenschaftler Ivory kürzlich der New York Times.
[...]
Statt über Videospiele sollten wir eher darüber sprechen, wie sich Stephan B. radikalisierte, mit welchen Menschen er in Kontakt stand, wer seine Ideologien teilte, wie sich sein Video unter Rechtsextremen verbreitete und, ja, auch wie Rechtsextremisten möglicherweise Games für ihre Zwecke nutzen. Und darüber, inwieweit das rechte, antisemitische Gedankengerüst dieses Einzeltäters tief in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. Wir müssen neben dem Motiv das System dahinter verstehen. Videospiele allein werden Stephan B. nicht zu seiner Tat verleitet haben. Das kann man schon jetzt sicher sagen. [...]
https://www.zeit.de/digital/games/2019-10/attentat-halle-horst-seehofer-gamerszene-egoshooter-radikalisierung-debatte/komplettansicht

#Seehofer #Killerspiele #Gamerszene #Anschlag #Terrorismus #Halle #Rechte #Rassismus #Antisemitismus #Antifeminismus
 

Nicht schon wieder die #Killerspieldebatte

[...] Man kann es nicht oft genug schreiben: #Korrelation ist nicht #Kausalität.

Die Killerspieldebatte könnte stattdessen Ausdruck eines viel tiefer liegenden Problems sein: dass wir terroristische Anschläge je nach Täter anders bewerten. Ein Team um den Wissenschaftler James Ivory hat in den USA untersucht, welche Rolle die Hautfarbe eines Täters für die Debatte um #Videospiele spielt (Psychology of popular media culture: Markey, Ivory et al., 2019). Dafür legten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Probanden zwei fiktive Artikel über eine Schießerei vor – einmal bebildert mit einem weißen Attentäter, einmal mit einer schwarzen. Das Ergebnis: Die Befragten assoziierten die Tat einer weißen Person eher mit Videospielen als die Tat einer schwarzen. In einem zweiten Teil der Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie Medien über #Attentate an Schulen berichteten. Auch in Artikeln kamen Videospiele eher vor, wenn der Täter eines Anschlags weiß war. Im nicht-schulischen Umfeld gab es keine Unterschiede.

Die Forscherinnen und Forscher schlussfolgern daraus: Die Diskussion um Videospiele könnte ein indirekter Indikator für ein breiteres Rassismusproblem sein. Wenn ein Gewaltakt von einer ethnischen Minderheit verübt werde, fühlten sich Personen möglicherweise nicht gezwungen, eine externe Erklärung zu suchen, weil das zu dem Stereotyp passe, wie sie sich gewalttätige Verbrecher vorstellten, so die Wissenschaftler. Deswegen reden wir nach einer Tat von weißen Menschen möglicherweise über Videospiele, nach der Tat von Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund dagegen eher über ihre Herkunft. "Ich habe noch keinen Senator über Videospiele sprechen hören, wenn ein Immigrant ein Verbrechen begeht", sagte Wissenschaftler Ivory kürzlich der New York Times.
[...]
Statt über Videospiele sollten wir eher darüber sprechen, wie sich Stephan B. radikalisierte, mit welchen Menschen er in Kontakt stand, wer seine Ideologien teilte, wie sich sein Video unter Rechtsextremen verbreitete und, ja, auch wie Rechtsextremisten möglicherweise Games für ihre Zwecke nutzen. Und darüber, inwieweit das rechte, antisemitische Gedankengerüst dieses Einzeltäters tief in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. Wir müssen neben dem Motiv das System dahinter verstehen. Videospiele allein werden Stephan B. nicht zu seiner Tat verleitet haben. Das kann man schon jetzt sicher sagen. [...]
https://www.zeit.de/digital/games/2019-10/attentat-halle-horst-seehofer-gamerszene-egoshooter-radikalisierung-debatte/komplettansicht

#Seehofer #Killerspiele #Gamerszene #Anschlag #Terrorismus #Halle #Rechte #Rassismus #Antisemitismus #Antifeminismus
 
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