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Text gesehen bei @BeatclubFC:
#politik #gesundheit #pflege #arbeitsunrecht #krankenhäuser #drg #fallpauschalen

Keine Betroffenenlyrik, sondern ein klar und ernsthaft formulierter Brief, der sich gewaschen hat. Bitte ganz lesen. Hier nur der letzte Teil:
“Die Pflege kommt gleich – wenn überhaupt noch jemand da ist!?”

Wir dokumentieren den anonymen Brief einer Pflegekraft zu den Zuständen in deutschen Krankenhäusern – auch schon vor der durch COVID19 verursachten Ausnahmesituation -, zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, den Ethikrichtlinien und zur Frage, was echte Wertschätzung von Pflege heißen müsste.

…Wir wollen verdammt nochmal nicht beklatscht werden. Wir wollen ernst genommen werden. Und das nicht nur in Krisenzeiten, sondern zu jeder Zeit. Wir wollen sichtbar sein, nicht mehr unsichtbar. Wir sind keine Betten, wir sind die Menschen die man braucht um diese Betten zu betreiben. Und wir sind keine Trophäen, die man bei Bedarf einfach aus der Schublade holt, um sie dann heroisch in die Luft zu recken. Solch ein Kasperletheater hat die Pflege nicht verdient. Und sie hat es auch nicht nötig. Pflege ist mittlerweile hoch professionell, akademisch, wissenschaftlich, zukunftsorientiert und vor allem eigenständig. Die Pflege ist kein medizinischer Hilfsberuf mehr. Wir arbeiten nicht mehr aufopfernd in Klöstern. Wir sind keine Händchenhalter und Tablettenverteiler. Wir sind keine Hinternabwischer, Urinkellner und Knöpfchendrücker. Wir sind keine Altruisten, die den Job nur machen, weil es unsere angebliche Berufung ist und weil es für was anderes nicht gereicht hat. Wir alle haben uns diesen Beruf hart erarbeitet und vor allem haben wir ihn bewusst gewählt. Wir sind Experten in dem was wir tun. Wir sind Teil des Rückgrats dieses Gesundheitswesens, nicht deren lästiges und kaum abrechenbares Übel. Wir sind für die Gesundheitsversorgung in diesem Land genauso essentiell, wie es die Ärzte und all die anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen sind.

Wir, die Pflege, sehen den Menschen. Nicht sein Geschlecht, seinen Status, seine Herkunft, sein Einkommen, sein Aussehen, seine Hautfarbe oder religiöse Zugehörigkeit. Wir pflegen die Menschen – keine Systeme.

Wir, die Pflege, sind die vielleicht letzte Instanz vor würdeloser Lobbyarbeit und menschenverachtender Marktlogik. Mit den uns verbliebenen Mitteln bringen wir sehr oft die Menschlichkeit ins System zurück. Jene Menschlichkeit die zwischen DRG, Gewinnmargen und Dividenden für Aktionäre verloren gegangen ist.

Wir, die Pflege, sehen Menschen allumfassend. So will es unsere Berufsethik. So will es unsere Berufsordnung. So will es unsere Ausbildung. So wollen wir es.

Wenn die Politik in Deutschland weiter mit der Kranken- und Altenpflege so schäbig und heuchlerisch umgeht, dann werden nach der Corona-Krise hunderte, wenn nicht gar tausende Pflegende ihre Berufswahl ernsthaft auf den Prüfstand stellen und nicht wenige den Job ganz quittieren. Dann werden sich viele junge Menschen nicht mehr für diesen Beruf entscheiden. Dann können Sie sich, liebe Politik, auf die Schultern klopfen. Denn den Karren haben Sie dann nicht nur in den Dreck gefahren. Sie haben ihn gänzlich versenkt. Wenn es am Respekt und der Wertschätzung fehlt, dann möchte niemand mehr diesen Beruf lernen. Genauso wenig, wenn man viel Verantwortung mit wenig Geld vergütet. Auch möchte niemand für Dank und warme Worte seine Gesundheit opfern. Und schon gar nicht möchte man zwangsverpflichtet und verheizt werden, wenn es dann irgendwann mal klemmt. Und es wird irgendwann klemmen.

Wir in der Pflege halten dann mal solange die Stellung bis Sie sich in der Politik ausgeklatscht haben und fertig sind mit dem unsäglichen Beweihräuchern. Mal sehen was von den wohligen Worten der Systemrelevanz und des Dankes übrig bleibt. Mal sehen wieviel Ihnen diese Systemrelevanz wert ist. Und mal sehen wie Sie es schaffen wollen, diesen Beruf handlungsfähig zu halten. Denn er wird es bald nicht mehr sein. Getreu dem Motto: Die Pflege kommt gleich – wenn überhaupt noch jemand da ist?!

Abschließend möchte ich mich auch einmal bedanken.
Danke Herr Spahn.
Danke Herr Laschet.
Danke Herr Rüddel.
Danke an all die Bundesregierungen der letzten 20 Jahre.
Danke Lobbyismus.
Danke – für Nichts.

Dennoch, bleiben Sie alle gesund.
Ich hätte gerne einen Link zum Original.
pardon, habs erst jetzt gesehen, und du hast offenbar den link zum artikel gefunden. das ist die stimmung der pflege im krankenhaus, sehr schön wiedergegeben.
sie sehen nicht ein, warum heldenstatus, warum applaus, wenn doch anerkennung durch geld auch eine möglichkeit ist. und bei der verantwortung, die sie haben (situative entscheidungen, bei denen kein arzt anwesend ist), kann ich der ruf nach kohle verstehen.
Ich brauche da keinen Link, ich frage einfach Sylke. Sie ist Intendivschwester mit Fachexamen. Der Artikel entspricht genau dem, was sie auch immer sagt.
Ich bin seit 33 Jahren mit einer Krankenschwester verheiratet. Von daher bin ich mir sehr sicher, daß der Brief die Wirklichkeit beschreibt, darum gibt es keinen Streit.

Aber ich ich bin auch maximal dafür, Texte mit Quellenangaben zu belegen. Gerade im Zeitalter von Fakenews an jeder Ecke.
Es sagt doch schon viel, dass jene Frau die den Text geschrieben hat anonym bleiben will. Dadurch bekomme ich keine Zweifel am Wahrheitsgehalt. Das RLS ist für mich eine seriöse Quelle und alle Reaktionen auf den Brief, die ich mitbekommen habe bestätigen den Inhalt.
RLS? Was meinst Du?

Ich sehe zunächst einen anonymen Brief (an wen?) über Zustände im deutschen Gesundheitswesen, der in einem mir völlig unbekannten luxemburgischen Medium veröffentlicht wurde.
nun, meine Quelle war Beatclub, deswegen das @ zu Beginn des Textes.
Beatclubs Artikelüberschrift ist grün hinterlegt, ein Zeichen, dass da was verlinkt ist:
https://www.zeitschrift-luxemburg.de/die-pflege-kommt-gleich-wenn-ueberhaupt-noch-jemand-da-ist/
RLS steht für RosaLuxemburgStiftung

Auszug aus "Luxemburg online", Ausgabe April 2020. Brauchst Du noch ein Impressum, @Rainer "diaspora" Sokoll? Der Autor zog es vor anonym zu bleiben, ergo kann ich den nicht verlinken.

Und Quellenangaben sind ne feine Sache, hast Du recht. Ich dachte wirklich, das der Link zum Link reicht. Verzeih mir.

Weiter erziehen musst Du mich nicht. Friedliche Ostern wünsch ich Dir.
@(((chaospunk)))

Ich kanns aber auch beim Beatclub nicht finden (was an Diaspora liegen wird)
Übrigens habe ich das wirklich falsch verstanden: zeitschrift-luxemburg.de hatte ich mit dem Land Luxemburg verbunden, nicht mit der Linken. Von daher meine Verwunderung.
okay, jetzt weisst du es ja. hat nix mit der Steueroase zu tun sondern mit Rosa und politischen Menschen, die sich heute auf ihre Lebenswerk als Traditionslinie beziehen.