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https://www.facebook.com/fluegge.erik/posts/253779189446883

#Pandemie #Corona #Covid19 #Lockdown #Shutdown #HartzIV
Der Anfang ist schon gemacht. Der urbane Lebensstil der Mittelklasse ist unter lockdown-Bedingungen in Frage gestellt. Damit entfällt auch ein Mechanismus der sozialen Aus- & Abgrenzung.

Mal sehen, wie es nach Corona weitergeht.
Wie vorher, so geht's weiter.
naja, es entfällt was alles irgendwie "soziale" und ja, auch die soziale aus- und abgrenzung, also, ausser beim einkaufen und sofern man sich trotz harz4 mal einen computer leisten konnte
Tja, Corona ist eben doch nicht eine Naturkatastrophe vom 100-Jahre Typ. Man kann also nicht zu viel erwarten.

Der Charme besteht darin, daß für einen Moment lang anhaltende Trends deutlich werden. Da gibt es die Urbanität und wachsende Städte, angeblich Motoren der gesellschaftlichen Entwicklung. Scheint aber doch nicht so zu sein. Jedenfalls hörte man schon vor Corona-Zeit, daß die Entwicklung hier & da stagniert oder sogar rückläufig ist.

Corona hat mit home-office, lockdown, Rückzug in Eigenheimsiedlungen im ländlichen Raum die Entwicklung akzentuiert sichtbar gemacht.
@benedict16b der trend zur urbanisierung soll rückläufig sein? das halluzinierst du dir zusammen ...
Aurin diaspora
@Thanatos Das ist derzeit zu befürchten, ja.
Die Halluzinationen kommen zu Stande, wenn man ganz fix & fertig das Plateau einer Hügelkuppe erreicht hat. Dafür gibt es aber Aussicht in alle Richtungen.

Letztlich kann die Frage nach der Urbanisierung nur empirisch beantwortet werden. Was auffällt, daß schon vor Corona der Bevölkerungszustrom von Metropolen wie Berlin und Stockholm leicht rückläufig ist und im übrigen vor allem aus dem europäischen und nichteuropäischen Ausland gespeist wird.

Jetzt in Corona-Zeiten wird die Verwundbarkeit der sich kulturell inszenierenden Metropolen richtig sichtbar. Gastronomie und Tourismus sind wichtige ökonomische Säulen, aber nicht wirklich Quellen sozialer Sicherheit und Wohlstand.

Weiterhin wird in Coroan-Zeiten sichtbar, daß es für die ökonomisch und politisch einflußbare Mittelschicht noch andere Lebensentwürfe gibt als spannende Urbanität zu leben: Häuschen im Grünen (nach wilden Jahren in der Stadt). Das ist schon seit Jahren aus Umfragen bekannt, wird bzw. wurde aber weitgehend negiert. Wieso wohl?

Schließlich hat Urbanität auch eine politische und soziale Bedeutung. Aus sehr aktuellem Anlaß gibt es jetzt viele rückblickende Kommentare zur Trump-Zeit. Vielfach wird dabei - aus meiner Sicht zutreffend - herausgearbeitet, daß Trump für den Gegensatz steht zwischen liberalen, postmodernen urbanen Eliten und der Bevölkerung auf dem flachen Land mit einer eher traditionellen Lebensweise. Das Beispiel Trump würde demnach auch die strukturellen Grenzen der Urbanisierung aufzeigen - unabhängig von den konkreten politischen Inhalten.
Ich weiß nicht, ob sich Sachen grundlegend ändern, nur weil etwas in einer Krise sichtbar wurde. Ich habe einen Krieg und eine Wirtschaftskrise mitgemacht. Nichts davon hat Menschen in eine grundlegend neue Richtung bewegt. Dafür sind urbanes Leben ind Kapitalismus viel zu verlockend, als dass sie von Grund auf ausgehebelt werden. Du wirst wenn uberhaupt nur inkrementelle Änderungen sehen.
Keine abrupten Veränderungen, aber Fortsetzung eines langanhaltenden Trends.