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Der Niederlage bei #Artikel13 #SaveYourInternet im EU-Parlament folgt die nationale Umsetzung. Aufgeben ist keine Option.
Am 26. Mai wird ein neues EU-Parlament für fünf Jahre gewählt. Geht zur Wahl! #Urheberrechtsreform
Also so wie ich die Richtlinie lese, kann man da tatsächlich einiges in der nationalen Umsetzung noch richtig machen und korrigieren und kitten. Diese Freiheiten erlaubt die Richtlinie, sie ist vage genug.
Das Problem ist meiner Meinung nach, dass das mehr oder weniger alle europäische Umsetzungen machen müssten, weil ich nicht glaube, dass international agierende Plattformen für jedes EU-Land ihre eigenen Regeln und Filter und Umsetzungen machen werden. Sie werden eine Umsetzung machen, die der beste Tradeoff zwischen Risiko und Einnahmen ist.

Tatsächlich glaube ich aber, dass das alles nicht so schlimm wird, wie im Moment alle glauben.
Ich kann es nur hoffen - sicher ist das nicht
Nein sicher ist das nicht ^^ immerhin haben wir auch genügend Leute, die das voll dufte finden in unseren nationalen Parlamenten.
Aber ich habe z.B. gestern #jetztwirdgeredet von @twintv gesehen und da war von Befürwortern und Gegnern z.B. die Rede davon, dass man einen etwaigen Filter nicht selbst füttern müsste, sondern Urhebern und Verwertern nur die Chance geben das zu tun. Und die Richtlinie schreibt z.B.
Diensteanbieter (…) ergreifen Maßnahmen, um zu gewährleisten, dass die mit den Rechteinhabern geschlossenen Vereinbarungen, die die Nutzung ihrer Werke oder sonstigen Schutzgegenstände regeln, oder die die Zugänglichkeit der von den Rechteinhabern genannten Werke oder Schutzgegenstände über ihre Dienste untersagen, eingehalten werden. Diese Maßnahmen wie beispielsweise wirksame Inhaltserkennungstechniken müssen geeignet und angemessen sein.
Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass für kleinere Diensteanbieter (die also nicht Alphabet, SmugMug oder Facebook gehören) ein einerfach Abgleich mit Hashwerten ausreicht, weil das ein angemessener Aufwand ist dafür, dass man kein Geld verdient (oder nur 20€ im Jahr oder so). Das werden freilich Gerichte entscheiden müssen, was hier "angemessen" und was "geeignet" jeweils bedeutet. Der nationale Gesetzgeber vermag hier aber eine Richtung zu zeigen.
Selbst wenn du Recht hast und die deutsche Version nicht schmerzhaft wird, ist deine Aussage trotzdem ein bisschen naiv.
Es ist eher eine Hoffnung, dass nicht wirklich alle von Sinnen sind. Wir sind schon durch viele digitale Krisen gegangen, Störerhaftung, Zero-Rating, Leistungsschutzrecht, "dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar". Es war nie cool, aber es ging bisher immernoch irgendwie weiter, es wurden Workarounds für die akuten Probleme gefunden und in manchen Punkten hat sich wahlweise die Wirtschaft oder der Gesetzgeber irgendwann erbarmt und eingesehen, dass das scheiße war.
Mit der Direktive im EU-Satz geben wir ohnehin schon leicht repressiven Ländern wie Bulgarien ein sehr gefährliches Werkzeug.
Äh ja #Zensurheberrecht ist natürlich nochmal eine ganz andere Baustelle. Wenn sowas Schule macht ist es wohl an der Zeit etwas anzuzünden (ich meine das metaphorisch).

Aber dagegen hilft ja nun wirklich sowas, wie äh das hier, diese "dezentralen sozialen Netzwerke", sie haben allerlei Schwächen und sie haben allerlei Stärken nicht, die ihnen angedichtet werden, aber eine Stärke haben sie: Sie sind wirklich einigermaßen zensurresistent. In dem Moment, in dem etwas veröffentlicht wird, wird es X-fach kopiert und verteilt und wieder veröffentlicht. Ja klar "Uploadfilter" und so… passiert ja vor dem Veröffentlichen, aber nicht bei allen Instanzen (nicht-EU-Instanzen, jünge Instanzen, Einzeluser-Instanzen, Idealisten…).
Urheberrecht für Zensurzwecke gibt es, siehe Beispiel oben. Das kommt in der BRD regelmäßig alle 1-2 Jahre vor und in anderen EU-Staaten sicher auch, ich weiß nur nicht ob die neue Richtlinie das schlimmer macht, denn Notice&Takedown gibt es ja nun schon lange und Bulgarien konnte bisher auch schon mit Urheberrecht zensieren, nur halt nicht "vorab". Meist du wirklich, das wird sich jetzt ändern?
Werden Nationalstaaten jetzt im Regelmaß Inhalte die sie nicht veröffentlicht sehen wollen in Uploadfilter einspeisen?

Oder war deine Befürchtung eine ganz andere? Du bist etwas vage geblieben ^^ was machen denn leicht repressive EU-Länder mir einem schärferen Urheber-Durchsetzungs-Gesetz?
"Tatsächlich glaube ich aber, dass das alles nicht so schlimm wird, wie im Moment alle glauben."
Was zur Zeit passiert ist die Kapitalisierung des Internets und der Staat ist einer der Akteure. Dies wurde bereits in allen anderen Lebensbereichen vollzogen. Ist das schlimm? Ich finde schon, doch gleichzeitig auch folgerichtig. Das Internet kann nicht innerhalb vom Kapitalismus, frei davon bleiben. Daraus folgend rechne ich nicht damit, dass das Internet "gerettet" werden kann, solange Kapitalismus weiterhin besteht. Ganz frische(!) Ideen sind gefragt.
@Thomas Runge 👍
(auf diesem Wege weil beim "Daumen-hoch-Button" nur "Keine Berechtigung" angezeigt wird)
Nur um das noch einmal klar zu machen. Uhrheber sind jene die Inhalte erstellen. Jeder der in irgendeiner weiße Inhalte produziert. Du und ich wir alle sind schon mehrmals Urheber in unserem Leben gewesen. Ein paar Leute in unserem Leben haben einen Wert in unserer Arbeit gesehen. Auch wenn es nur die eigenen Eltern waren.

Der in Artikel 13 vorgeschlagene Uploadfilter schützt nur die Käufer (Rechteverwertet) von Inhalten. Des weiteren führt es zu einer Zentralisierung des Internetes und zu einer Oligopoli- oder Monopolisierung der Anbieter von Uploaddiensten. Es ist antikapitalistisch den Kapitalismus basiert auf der Idee, dass es mehrere Anbieter in einem Markt gibt die miteinander Konkurrieren. Das ist hier aber nicht gegeben.

Ganz egal wie die Umsetzung des Gesetztes auf nationaler Ebene der einzelnen Mitgliederstaaten aussieht das Gesetz wird einen signifikanten Schaden in der Gesellschaft und für Uhrheber Anrichten. Die Einzigen die davon Profitieren werden die Rechteverwerter sein. Die mit gesellschaftlich insiknifikanten Inhalten weiter mehr Geld verdienen können.
"Es ist antikapitalistisch den Kapitalismus basiert auf der Idee, dass es mehrere Anbieter in einem Markt gibt die miteinander Konkurrieren."
Ich dachte; dass dies Blödsinn mit dem Markt der sich selbst, ganz ohne den Staat, reguliert - ist in den 90-Jahren vergessen wurde. Die Neoliberalen-Zombies stehen wieder auf. :)
Nein, ich glaube nicht an eine Selbstregulation der Märkte. Ich bin aber auch ganz klar gegen eine Monopol oder Oligopol bildung aufgrund von Gesetzen.
"Nein, ich glaube nicht an eine Selbstregulation der Märkte."
Und warum argumentierst du damit?
"Ich bin aber auch ganz klar gegen eine Monopol oder Oligopol bildung aufgrund von Gesetzen."
Google, Facebook und Amazon sind Polypol? :)
Weil du mit Kapitalismus angefangen hast. Der Uploadfilter hat eben wenig mit Kapitalismus und mehr mit Mono- oder Oligopol Bildung durch Lobbyismus und Gesetzt zu tun.

Soweit ich weiß hat nur YouTube einen Uploadfilter. Der funktioniert eher nicht do gut.

Amazon und Facebook haben, soweit mir bekannt ist, nicht genug Inhalte.

Meiner Meinung nach ist YouTube deshalb in einer Monopolstellung im Bereich Video und Audio Inhalte.
stimmt, mit eigentumsrechten hat weder der kapitalismus, noch das urheberrecht zu tun 0o
"Weil du mit Kapitalismus angefangen hast."
Ich habe bereits meine Probleme, wenn die Menschen mit ihrem Glauben argumentieren. Du argumentierst mit dem was du nicht glaubst! Verrückt!
"Soweit ich weiß hat nur YouTube einen Uploadfilter."
Schön, doch das habe ich nicht gefragt. Meine Frage war: ob die momentane Kapitalverteilung im Zusammenhang mit dem Internet einem Polypol entspricht?
"Meiner Meinung nach..."
Super! Doch leider monokausal.
Zu deiner Frage, glaube ich das es derzeit im Internet ein polypol gibt. Die Antwort ist: Jaein. Es gibt z. B. viele E-Mail Anbieter kleine wie große.

Es gibt viele Plattformen auf die man Dateien laden kann. Diaspora, PeerTube, Jamendo, YouTube etc. Ja es gibt verschiede Anbieter kleine wie große. Es ist mir auch bewusst das wir zu einem mehr und mehr zentralisierten Internet hin steuern, aber andere schaffen dezentralisierte Service.
Ich picke mir was vertrautes aus:
"Es gibt viele Plattformen auf die man Dateien laden kann. Diaspora, ..."
Es gibt auch viele Festplatten auf die man Daten laden kann, das macht noch kein Polypol. Die Frage ist, wie ist die Marktstellung von Diaspora gegenüber Facebook?
Naja. Es gibt halt eine Menge Diensteanbieter, ich blogge und biete den Content an, das kann noch jeder machen. Aber die Prozessorpower und monetären Möglichkeiten und damit auch die Option auf Machtausübung in Sachen Netzressourcen liegen doch momentan bei Alphabet, Facebook, Amazon und wenn es hoch kommt noch einem halben Dutzend weiterer. Von einem pluralistischen Prozess kann man dort nicht sprechen und die genannten großen Drei haben auch erheblichen Einfluss auf die Meinungsbildung. Da jeder der drei Akteure für sich eine eigene Domäne abgesteckt hat kann man von einem quasi Monopol im entsprechendem Bereich sprechen. Kann aber auch nur meine Paranoia sein.
Anmerkung. Youtube ist wie Google und Boston Dynamics Teil von Alphabet wie die sich mittlerweile nennen.
Nein, das stimmt schon ne ganze Weile nicht mehr, was Boston Dynamics angeht, gehört der japanischen Softbank:
https://en.wikipedia.org/wiki/Boston_Dynamics
Das ist ein berechtigter Einwand. Und gleichzeitig bekräftigt dies mein ursprüngliches Kommentar. Ja, genau das war den Tante-Emma-Läden passiert.
W007? Das hatte ich verpasst. Danke für das Update.