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Ein wirklich interessantes und unterhaltsames Video über mittelalterliche Bekleidung.

A really interesting and entertaining video about medieval clothing.



#Mode #Kleidung #Mittelalter #fashion #clothing #medieval times
@Oliver Zimmermann Ein alter Hut (Wortspiel beabsichtigt):
Von der hochmittelalterlichen Gugel des gemeinen Volkes zum spätmittelalterlichen Chaperon des Edelmanns...
@Jost Schwider Klar, wenn man sich damit Beschäftigt und evtl. sogar noch ein Hobby daraus macht, weiß man sowas vermutlich. Für mich war es jedenfalls neu und ich fand vor allem die Erklärung "Wohin damit? Ach setz ich's mir doch falsch rum auf den Kopf, dann muss ich's nicht tragen." nicht nur witzig sondern auch gewitzt.
@Oliver Zimmermann Volles Verständnis!
Apropos: Ausgerechnet das "Wohin damit?" ist in dem Video aber falsch erklärt. Man hat sowas nämlich einfach hinter den Gürtel gesteckt.
Das Falschherumaufsetzen war dagegen eine ganz bewusste Entscheidung, um sich modisch von anderen abzusetzen; Heute z.B. vergleichbar damit, verschiedenfarbige Schnürsenkel zu tragen - oder das T-Shirt verkehrtherum, o.ä.
@Jost Schwider Vielleicht kam vor der bewussten Entscheidung tatsächlich der Zufall. Als jemand gerade mal keinen Gürtel getragen hat, vielleicht weil er gerissen ist oder er ihn verloren hat, und dachte "Dann setz ich`s mir halt auf den Kopf."
Das wiederum hat jemand gesehen, fand es "stylish" und dachte sich "Boah was für ein Rebell! Das mach ich jetzt auch!" 😄
@Bettina Schwarz Wieso "verschwenderisch"?
Einfacher Schnitt, multifunktional, und - das kann ich aus eigener Erfahrung sagen - wirklich praktisch und warm!

Und von wegen Männer- vs. Frauenkleidung: Da gab es übrigens im Mittelalter tatsächlich kaum einen Unterschied! ;-)
Eine "Kotte" (Früh-/Hochmittelalter) oder "Houppelande" (Spätmittelalter) trugen damals beide Geschlechter - heute würde man das vielleicht einfach als "Kleid" bezeichnen. :-D

Der einzige Unterschied: Die Damenkleidung ging "züchtig" bis zu den Knöcheln, wogegen die Herren in der Länge sehr flexibel waren.
Beispiel (ca. 1450):



#cotte #kotte #mittelalter #houppelande
@Bettina Schwarz Das hab ich mich aber auch gefragt... Warum hatten die so relativ lange Zipfel?
@Oliver Zimmermann Weil:
1. Als Schalersatz!
2. Zum Festbinden am Gürtel.
3. Mode (später gerne auch mit sog. Zotteln).
4. Angeberei (je länger, desto...)! ;-)
@Bettina Schwarz Schau mal in das folgende Schnittmuster, was vermutlich die Urform der Gugel darstellt:


Da die Grundbestandteile hier alle Rechteckig sind, gibt es eben keinen Verschnitt.

Im Laufe der Zeit gab es - insbesondere bei den Wohlhabenen, die ja nicht darauf achten mussten - dann aber Mode"Excesse", so dass dort natürlich Verschnitt entstand.

#Gugel #Schnittmuster
@Bettina Schwarz Du kennst also nur Angeber!?! :-D ;-)
*SCNR*
@Jost Schwider Bei der Gugel brauchte man ja keinen Schalersatz. Da war der gesamte Kopf samt Schultern bedeckt und dennoch gab es oftmals diesen, wie mir scheint unnützen, Zipfel.
Festbinden am Gürtel überzeugt mich nicht so ganz. Stelle ich mir eher unpraktisch vor weil das dann so rumbaumelt.
Mode - ja in dem Zusammenhang dann vielleicht sogar Statussymbol "Schau her, ich kann es mir leisten unnötig viel Stoff für meine Gugel zu verwenden"