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Thomas diaspora
Ich bin #Fachinformatiker und arbeite in einem Systemhaus. Wir arbeiten mit #Microsoft Produkten. Windows Server und auch sonst nur mit Closed Source Software. #Privatsphäre, #Datenschutz und IT- Sicherheit ist mir in letzter Zeit immer wichtiger geworden. Im privaten konnte ich das für mich so umsetzen. WhatsApp, Twitter, Instagram gelöscht. Lineage statt Android. Linux statt Windows. Ich bevorzuge #OpenSource. In der Arbeitswelt sieht das ganze anders aus. Nun würde ich auch gerne beruflich mit Open Source arbeiten. Leider bin ich halt nur ein einfacher FISI. Ich kann nicht programmieren, habe kein Studium abgeschlossen. Ich bin natürlich bereit zu lernen. Nur frage ich mich. Wo soll ich anfangen. Wie kann ich beruflich die Werte umsetzen die mir privat auch wichtig sind? Welche beruflichen Einstiegsmöglichkeiten gibt es. Wie sollte man sich weiterbilden? Gibt es überhaupt solche Jobs? Als FISI habe ich da glaube ich einfach ein zu eingeschränktes Blickfeld und weiß gar nicht was möglich ist. Wenn ihr mein Blickfeld erweitern könntet, wäre das toll. Vielen dank für eure #Hilfe!

#frage #job
Thomas diaspora
Vielen Dank die vielen Vorschläge. Damit kann ich auf jeden Fall etwas anfangen und bin jetzt erstmal beschäftigt.
In Richtung Programmierung würde mich schon interessieren. Die richtige Programmiersprache muss ich noch erst finden.
Docker und Nextcloud habe ich schon oft gehört und das werde ich mir auch näher anschauen. Mit Uberspace habe ich auch ein wenig rumgespielt.
Langfristig möchte ich nicht in einem Closed Software Bereich arbeiten.
Unser Systemhaus entwickelt keine Software und ein Bewusstsein für OSS ist dort gar nicht vorhanden. Der Chef sagt immer "Da haben wir ja keinen Support". Ab und an dreh ich manchen Kunden trotzdem kleine Open Source Produkte an.
LPI schaut auch sehr interessant aus. Auch das werde ich mir genauer anschauen.
Danke euch!
Der Chef sagt immer “Da haben wir ja keinen Support”.
Nach Jahrzehnten IT kann ich sagen: Diese Aussage kommt IMMER von denkfaulen Duckmäusern. Ohne jede Ausnahme. Da will man so schnell wie möglich weg.
Es gibt imho auch in Closed Source Umfeld immer Bedarf nach freien Lösungen. Z.B. zur Überwachung und Entstörung von Diensten und Infrastruktur. Oder das Reporting über verbrauchte Ressourcen: Plattenplatz, Trafficvolumen, Lizenzen etc.. Oder Automatisierung von den in jedem Umfeld lästigen Routinen. Runde Deine Werkzeugkiste auf: Sysinternals, Powershell, Netzwerktools, eine plattformunabhängige Sprache, etwas HTML, vielleicht noch #Prometheus, #Ansible oder #Chocolatey. Sobald Du damit etwas Mehrwert lieferst, steigert das die Chance gefördert zu werden.
Prometheus <3 sehr nices Werkzeug. Grafana und Loki sind auch sehr nice.

Prometheus könnte auch ein guter Einstieg sein um Sachen selbst nazupassen; also ich denke in Richtung Exporter für irgendwelche Metriken schreiben. Oder Vernetzung zu automatisieren. Oder eben Einrichten von Alerting wenn irgendwas schief geht. Das geht mit Prometheus recht gut.

Wenn wir schon mal bei Ansible sind kann man sich vll auch mal Terraform angucken, das ist in dem Bereich auch ziemlich sinnvoll wenn man schnell Infrasturktur aufsetzen und warten will.

Was auch spannend ist und OSS Tools oft zum Einsatz kommen ist halt deployment kram; aber keine Ahnung ob das in dem Bereich so benutzt/gebraucht wird. Da kommt man auch schnell mit der ganzen Palette von Tools in Berührung (Docker, Terraform, Git, ...)
Thomas diaspora
@Stefan Gundlach ja, so kann ich das ganze auch angehen. Gerade in diesen Bereichen gibt es sogar bei uns Bedarf. Und wenns funktioniert, dann ist es denke ich dem Chef auch egal ob Open oder Closed Source
Der Chef sagt immer “Da haben wir ja keinen Support”.
Nach Jahrzehnten IT kann ich sagen: Diese Aussage kommt IMMER von denkfaulen Duckmäusern. Ohne jede Ausnahme. Da will man so schnell wie möglich weg.

Das entspricht auch meiner Erfahrung. In der Realität ist es oft sogar anders herum. Wenn bei SAP irgendwo etwas fehlt, dann kostet das meist gleich eine Million Euro oder es gibt gar keine Möglichkeit, das irgendwie dazu zu beauftragen. Zuerst laufen die SAP-Consultings immer rum und sagen "SAP kann alles". Wenn man dann sagt, man will, dass noch das und das dazu kommt, dann drucksen sie herum.
Bei FOSS gibt es oft eine Firma, die Support anbietet. Und wenn es diese gibt, dann ist der Support allumfassend. Bug gefunden - wird behoben. Zuatzfeature erwünscht - wir finden einen Weg.

Das heißt überdies, dass FOSS keinesfalls für Firmen wirklich umsonst ist. Man darf nicht denken, das gibt es alles gratis. Aber wenn man ein Zusatzfeature will, dann bezahlt man einmal dafür 10000 € und danach läuft es und andere Kunden bekommen dieses Feature dann auch umsonst (wenn sie damit denn etwas anfangen können).
Das heißt überdies, dass FOSS keinesfalls für Firmen wirklich umsonst ist.
Ist es ja für Privatmenschen eigentlich auch nicht. Auch Privatnutzer:innen sollen sich ja einbringen - und wenn es "nur" mit dem Beantworten von Fragen über einen der Support-Kanäle ist.
Der Unterschied ist nur, daß es eben niemand tun muß.
Thomas diaspora
Es muss auch nicht immer kostenlos sein. FOSS darf gerne auch was kosten. Für mich ist es wichtig das die Software Open Source ist und das aktiv dazu beigetragen werden kann
Ich würde auch vorschlagen, dass du dir was suchst, worauf du Bock hast und dann ein kleines Projekt für deine Firma damit umsetzt. Das zeigt Engagement, du lernst was und für den Lebenslauf ist es im Zweifel auch gut.