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https://twitter.com/heuteplus/status/1175148837649965056

"Prof. Maja Göpel von @SciForFuture stellt zum #Klimapaket und der Erhöhung der #Pendlerpauschale fest, “da lohnt es sich endlich mit dem Auto in die Stadt zu pendeln und dabei noch Kasse zu machen…”

Die Einführung eines CO2 Preises von 21€ pro Tonne CO2 bringt Mehrkosten für den Treibstoff von ca. 3ct pro Liter, bei 6 Litern auf 100km also ungefähr 18ct. Erhöhung der Pendlerpauschale um 5ct pro km bringt bei 100km jedoch bereits 5€. Das Autofahren wird sich also lohnen und dem Fahrer 4,82€ einbringen. Möchte die SPD mit so einem untauglichen Kompromiss die GroKo wirklich über das Jahresende weiterführen?"
Oliver diaspora
Das war vorauszusehen, dass der kleine Mann überproportional belastet wird, wohingegen andere auch noch quasi subventioniert werden.
@Anna Klein Nein, hab ich nicht.
Aber für alle, die bereits ein Auto haben und es zum Pendeln benutzen wird es jetzt billiger statt teuerer. Das ist Mist.
Oliver diaspora
Das Grundproblem müsste hier angegegangen werden: das Pendeln. Ich bin auch Pendler, habe aber das große Glück, dass ich gut mit der Bahn fahren kann. Die meisten Pendler müssten aber sehr viel mehr Zeit für das Pendeln mit dem ÖPNV einplanen. Niemand pendelt zum Spaß, die müssen alle zur Arbeit. Ich arbeite in Düsseldorf, da kann ich mir aber leider die Mieten nicht leisten, bin also zum Pendeln verdammt. Umgekehrt ist aber auch die Landflucht ein riesiges Problem. Würde es mehr Arbeitgeber auf dem Land geben, würde sich so mancher vielleicht für ein Leben auf dem Land entscheiden. Apropos auf dem Land: Versuch mal aus einem Eifelörtchen irgendwohin zu kommen ohne Auto - das ist kaum möglich. ÖPNV lohnt sich da nicht wirklich.

Die Erhöhung der Pendlerpauschale finde ich schon gut und richtig. Was nicht richtig ist, ist der nur sehr moderat gestiegene Benzinpreis. Aber wenn die Erhöhung deutlich höher ausgefallen wäre, so würden wieder ärmere Menschen stärker belastet. Ich habe z. B. ein altes Auto mit vergleichsweise hohem Verbrauch. Nicht, weil ich gerne alte Autos fahre, sondern weil neue Autos einen Haufen Geld kosten. Doch selbst wenn ich Geld hätte: Nur ein Narr kauft heute einen Neuwagen, da man nicht weiß, was morgen verboten wird. Das Dumme ist, dass dadurch um so mehr alte Karren auf den Straßen fahren. Selbst mein alter Diesel-Kangoo - den ich damals extra wegen der geringen CO2-Emissionen angeschafft hatte - fährt noch herum, allerdings in Polen und nicht hier. Mein neuer Gebrauchter ist ein Benziner und verbraucht mehr Benzin als der Kangoo Diesel und ist ebenso alt, produziert mehr(!) CO2, dafür aber weniger Feinstaub.

Im Grunde ist mir und vermutlich auch den anderen Bürgern ziemlich egal, wie sie mobil sind. Ob nun mit Elektroantrieb, Benzin, Wasserstoff oder ÖPNV. Es muss nur funktionieren und seinen Zweck erfüllen. Dazu gehört auch, dass Angestellte ihren Arbeitsplatz in einer annehmbaren Zeit erreichen und nicht Stunden unterwegs sind. Höhere Spritpreise allein verstärken bestenfalls die Landflucht, sogar aus dem erweiterten "Speckgürtel". Nur können viele Leute in der Stadt schon heute ihre Mieten kaum zahlen. Die Mieten werden konkurrenzgünstiger durch die höheren Benzinpreise, aber davon hat man ja nicht mehr Geld auf dem Konto.

Man hätte viel früher anfangen müssen, auf diversen Ebenen etwas zu tun. Steuerfinanzierter ÖPNV inklusive Mobilitätsgarantie auf dem Land, ausreichend P+R-Flächen mit entsprechender Anbindung, mehr Arbeitgeber auf dem Land und in den Vorstädten (Breitbandausbau! Verkehrsnetze!)
Ich habe allein in der näheren Verwandtschaft drei Frauen (Gattin, Tochter, Cousine), die täglich pendeln mit dem Auto. Weil es schlicht keinen ÖPNV gibt.
Fahrgemeinschaften funktionieren auch nicht, wegen Schichtarbeit und ungeregelten Arbeitszeiten.
"Pendeln teurer machen oder gleich ganz verbieten" funktioniert vor allem für diejenigen, die nicht pendeln müssen.
Eine einfache Abhilfe für das Pendeln ist Home Office (in den Berufen, in denen das möglich ist)
Oliver diaspora
Ich habe auch beobachtet, dass die radikalsten Forderungen von jungen Großstädtern kommen, nicht selten mit Hochschulabschluss (gutes Einkommen). Das ist wieder ein ganz anderes Problem, dass unsere ökologische Linke zu elitär ist. Da wird dann der Pendler, der eigentlich Opfer ist, zum Feindbild erklärt. Der ÖPNV und das Fahrrad ist für diese ausreichend. Na klar, in der Großstadt fährt ja auch alle 10 Minuten eine U-Bahn. Ich würde eigentlich gerne mehr aufs Land ziehen, was aber nicht geht, da ich an meinen Arbeitgeber gebunden bin.

Home Office ist bei mir und vielen anderen nicht möglich. Und nebenbei wirft Home Office ganz andere Probleme auf, die ebenfalls noch nicht zufriedenstellend gelöst sind. Home Office ist eine Nischenlösung, mehr nicht. Für diejenigen, für die ein PC und ein Telefon ausreicht. Es gehört heute aber ja auch zum Chic, dass eine Firma eine gute Adresse hat. Da ist irgendein Dorf womöglich nicht die beste Wahl. Eine Adresse in Berlin macht sich oft wohl besser, als ein Dorf, das niemand kennt. Oder drastischer formuliert: Man macht sich nicht selbst zum Hinterwäldler, sondern will sich positiver darstellen und dazu gehört eben eine gute Adresse in einer Metropole. Damit zeigt die Firma dann auch, dass sie es sich leisten kann. Ferner profitieren die Firmen dann natürlich auch von den vielen Arbeitssuchenden, der besseren Infrastruktur (ÖPNV, Straßen und auch Internet).

Wir haben einen riesigen Rückstau an ungelösten Problemen, die ausgerechnet jetzt erst gelöst werden müssten. Sonst kann das nichts werden mit dem sozial gerecht gestalteten Klimawandel. Selbst dann nicht, wenn die Politik wollte. Weil in der Vergangenheit schlicht zu viel liegengeblieben ist. Da recht sich die halbherzige Politik in Deutschland. Man ist stets zu Kompromissen bereit, vor allem mit der Industrie, allen voran der Verlags- und Autoindustrie.

IMHO muss die Entwicklung der Menschheit wieder den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen, auch in biologischer Hinsicht: wir müssen hin zu einem komplett anderen Lebenswandel, der eben nicht nur auf maximales Wirtschaftswachstum aus ist. Es muss ein Ende haben mit Bullshit-Produkten, die nur für die Tonne produziert werden, mit stark gesundheitsschädlichen Lebensmitteln und natürlich auch damit, dass uns der ganze unnütze Krempel aufgequatscht wird.

Jedenfalls ist die Gesamtproblematik wesentlich diffiziler, als von manchen angenommen. Ich glaube zurzeit nicht daran, dass unser System, unsere Hochkultur flexibel genug ist, um die Aufgaben zu stemmen. Wahrscheinlicher erscheint mir ein Niedergang unserer Hochkultur. Da erscheint es wie ein Segen, dass Menschen irgendwann sterben und somit Platz für neue Generationen machen, denn der Mensch erneuert sich über Generationen. Und genau an dieser Stelle wird es zum Problem, dass heute viele Menschen steinalt werden. Denn wir werden von Greisen regiert. Die junge Generation ist vielversprechend, doch wir werden sehen, was sie am Ende erreicht.
Oliver diaspora
Im Grunde verstehe ich ja die Kritik an den zurückhaltenden Maßnahmen des Klimapakets. Was ich nicht verstehe, ist die Kritik an der Pendlerpauschale. Der Kritik liegt wohl ein selbstgerechtes, rücksichtsloses Denken zu Grunde, Frau Prof. Göpel kann ich daher nicht mehr ernst nehmen. Denn erstens gilt die Pendlerpauschale sehr wohl auch für den ÖPNV. Zum zweiten muss der ÖPNV erst mal zur Alternative werden, damit auch die Bevölkerung abseits der Großstädte auf das Auto verzichten kann Ich habe es da bequem, da ich nah am Bahnhof wohne und von einer Großstadt in die größere Großstadt (Metropole) fahre. Aber andere müssen erheblichen Mehraufwand betreiben, um ohne Auto zur Arbeit zu kommen. Wohnungen in der Großstadt kann sich nicht jeder leisten. Wenn man da nun diejenigen Bürger, die nicht umsteigen können, zum Zahlmeister macht, dann birgt das gesellschaftlichen Sprengstoff, der eine gute Lösung (oder Lösungspaket) nur weiter herauszögert.
ne. Es geht darum, daß die Pendlerpauschalerhöhung größer ist als die Mehrkosten für Sprit.
Menschen, die bereits ein Auto haben und damit pendeln können also mehr absetzen als sie vorher. Da entsteht kein Anreiz das Transportmittel zu wechseln.
Daß die Pauschale auch für Bahn und ÖPNV gezahlt wird ist für den Autofahrer, den man ja vom Auto wegbekommen möchte irrelevant.