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#debatte
Ein anderer Blick auf #Frauen

Es geht um #Menschenrechte, nicht um #Moral – warum wir beim Thema #Sexkauf auch in #Deutschland das #nordische #Modell brauchen
#Prositution #Frau #Strafrecht #taz #Margarete #Moulin #Gesellschaft

https://taz.de/Archiv-Suche/!5647022/

Wie seht ihr das? Der Artikel klingt sehr rund und schlüssig. Ich verstehe die Problematik:
"An jedem Mann – auch an dem, der nicht in ein Bordell geht – wirkt die Idee, dass er theoretisch die Macht hat, sich die Körperöffnungen einer Frau zu mieten. Das ist ein katastrophaler Gesellschaftsentwurf."
Und ich denke auch, daß dieser Umstand Männer wir Berlusconi etc hervorbringt, "die Frau will nicht? dann kauf ich sie eben..."
Aber Prohibition hat bisher nicht wirklich gut funktioniert.
Beim nordischen Modell habe ich Schmerzen mit meiner Gerechtigkeitsvorstellung:
Wie kann bei einem Deal eine Partei legal und die andere illegal handeln? Und ist die legale nicht automatisch durch Mitwisserschaft auch schuldig?
also wenn es NICHT um moral geht, wieso wird dann gross unterschieden, ob ich eine körperöffnung, ein gesicht oder eine hand "miete"? und auch das nordische modell drängt sexarbeiter!nnen in die illegalität.
und wenn es um die arbeitsbedingungen und zwang geht, zwangsarbeit ist (mit ausnahmen;) in diesem land verboten, egal ob es sich um ZWANGSprostitution oder ZWANGSbauarbeit geht, ausbeutung/mehrwertraub dagegen, ist völlig legal
Ich finde es immer ein wenig kurz gegriffen, Sexarbeit auf Mann und Moral zu beschränken. Wäre es denn okayer, wenn eine wohlhabende 75-jährige Dame eine junge gelenkige Frau dafür bezahlt, sie auf diverse Arten sexuell zu befriedigen?
Und ich wäre mir auch nicht sicher, ob sich die Rumänin mittleren Alters beim Betteln so viel besser fühlt als beim Dissoziieren in einem Bordell.
Sicher sollten da mehr Kontrollen und Ausstiegshilfen angeboten werden. Ist vielleicht sogar ähnlich wie bei Cannabis: Es wird immer Leute geben, die kiffen oder fickkaufen wollen. Einfach verbieten und hoffen, dass sich diese Leute anderweitig beruhigen werden, klappt wahrscheinlich nicht.

Sinnvoller sind womöglich diese üblichen Utopieentwürfe, die auch bei anderen Themen kommen. Globale Lohngleichheit oder überhaupt weg von Lohnarbeit, keine schlecht behandelten Minderheiten mehr, mehr soziales Miteinander, weniger unrealistische Erzählungen in Mainstreammedien er cetera.
Jetzt ist es ja oft so, dass auch Männer, die nach allgemeinen Maßstäben nicht so attraktiv sind, glauben unbedingt eine normschöne junge Frau im Bett haben zu müssen. (These: weil sie so viele Filme, Games etc konsumiert haben, in denen auch krasse Bösewichte oder Pechpilze auf eine nette hübsche Frau treffen, die Mitleid mit ihnen hat und sie irgendwie rundum errettet)
Denen kannst du dann Frauen ihres Alters vorstellen, die Bock auf eine Beziehung mit allen Höhen und Tiefen haben... Und da kommt da: och nö, zu pummelig, an ne komplexe Freundschaft oder Beziehung traue ich mich nicht ran, ich arbeite doch so viel..

Ich verfummel mich grad gedanklich, aber ich will darauf hinaus, dass sich eher die gesamte Kultur mehr ändern müsste damit Freier denken, dass sie selbstbestimmten Personen mit Dienstleistungsangebot begegnen.
Also keine Hatefuckfilme, keine halbnackten Boxenluder ohne halbnackte Männer direkt daneben, weniger Filme, die suggerieren, dass frau unbedingt einen Partner sucht, den sie glücklich machen will.
naja, also solange wir im patriarchat leben, reproduziert sich auch eine patriarchale sexualität und solange wir im kapitalismus leben, wird sexualität, weil menschliches grundbedürfnis, auch ware sein, da kann man vielleicht n bissl bei den stellschrauben der symptomatik nachjustieren, aber die ursache ist systemimmanent und ne kriminalisierung verschärft das problem nur